Chris Martins „Altar“ vor der Kunsthalle Bremen

Vor der Kunsthalle Bremen steht zur Zeit ein Werk des Künstlers Chris Martin (1954 in Washington D.C. geboren, lebt seit 1975 in New York). Es ist bemerkenswert, wie viele Passanten an dieser Skulptur vorbeigehen, ohne einen Blick darauf zu werfen. Mich hat diese Skulptur sofort in ihren Bann gezogen, denn ich wurde an einen „leeren Flügelaltar“ erinnert, durch dessen leere Flächen der Blick nach außen und zu allen Seiten hin wie eingerahmt ist. Häuser der Umgebung sind je nach Blickwinkel in ihrer Gesamtheit oder nur teilweise eingefasst, die Bäume des gegenüberliegenden kleinen Parks werden zu einzelnen Monolithen. Denselben Eindruck haben wir Münchner durch „den Ring“, den rostroten Ring an der Luisenstraße, der Künstler ist der Italiener Mauro Staccioli.

Frau Lutter, Kunsthalle Bremen
Chris Martin, Altar, Kunsthalle Bremen

Chris Martin nennt diese Skulptur „Altar“, und er hat in den exakten Maßen des „Genter Altares“ von van Eyck den Altar eben nicht in Holz, sondern in Stahl geschaffen, während die von van Eyck vielfarbig bemalten und detailreichen Paneele nun zu offenen Fenstern wurden.

Leon Battista Alberti, ein Zeitgenosse van Eycks, sprach einmal vom Bild als einem geöffneten Fenster, durch das der Künstler seine noch nicht realisierte Schöpfung sähe. Auch hier wirkt die Skulptur wie ein Fenster und man sieht die Umgebung neu.

Ulrike Lutter


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